Von der Apfel-Ei-Diät bin ich ehrlichgesagt n bisschen enttäuscht. Startgewicht war 44,8 und Endgewicht heute morgen 44,3 also 500g in 2 Tagen, wobei 400g am ersten Tag waren und nur 100?!?!?! am zweiten.
Ich hab keine Ahnung warum es gestern nur 100g waren. Hätte da schon mit mehr gerechnet. Aber solang es abwärts geht auf der Waage will und darf ich mich nicht beschweren.
Fazit: 2 Tage ist diese Diät leicht durchzuhalten, das Ergebnis ist (bei mir) nicht unbedingt herausragend, aber es ist oke.
Werde sie auf alle Fälle nochmal machen.
Therapie hat heute ganz gut angefangen. Meine Therapeutin meinte sie sei sehr zufrieden mit mir, ich sei auf nem sehr guten Weg und sie finde es toll, dass ich trotz anfänglicher Skepsis mich auf fast alles einlasse und es dann auch zu Ende bringe.
Ich seh das halt alles n bisschen anders. Klar seh ich auch, dass es teilweise besser wird. Immerhin war ich heute ja sogar shoppen, das hätte ich mich am Anfang der Thera nie getraut. Aber trotzdem bin ich damit nicht zufrieden. Das sind halt alles selbstverständliche Dinge, oder eher: Sollten selbstverständliche Dinge sein. Wie Abwaschen, Aufräumen, in die Uni gehen, Einkaufen, das alles fällt mir so schwer, aber das ist Alltag. Das DARF mir nicht schwer fallen.
Sie meinte auch, dass ich was die Prüfungen in der Uni und so betrifft sehr klug entschieden habe. Ich hab nämlich alle Prüfungen die keine Abschlussprüfung einer Übung und somit auch nicht Pflicht sind gestrichen und mach erstmal nur das aller nötigste weil ich schon wieder wahnsinnig überfordert war mit der Situation.
Für mich bedeutet das jedoch Schwäche, Faulheit, Versagen, keine Leistung. Dafür hasse ich mich. Und ausser meiner Thera sehn das auch alle anderen so. Also kann es nicht nur an mir liegen.
Thera sagte halt, dass ich das nach hinten stellen solle und mich weiter auf das Gesundwerden konzentrieren, die Prüfungen kann ich alle später machen. Sie hat damit ja recht, aber es fühlt sich nicht richtig an. *seufz*
Dann lief es wieder auf das Thema Essen und Abnehmen zu und ab da war es nicht mehr gut. Ich hasse hasse hasse die Fragen: Warum machst du das? Warum steckst du deine Kraft nicht in andere Dinge? Warum, warm, warum? Weil ich meine Knochen sehen will, schlank sein will, schön sein will verdammt!!! Ist das so schwer zu verstehen?!
Zum Shoppen. Ich hab mir ein wahnsinnig tolles Kleid gekauft in Größe XS
(Foto kommt noch)
Man muss dazu sagen, dass ich mir erst letztes Jahr mein erstes Kleid gekauft habe und das nie in der Öffentlichkeit anhatte, also damit hat mich nie jemand gesehen. Bin gespannt wie die Leute darauf reagieren mich in nem Kleid zu sehen.
Ich hab da nur noch ein echt riesiges Problem. Nämlich meine Narben -.- Mit denen an den Oberschenkeln kann ich mich ja noch halbwegs anfreunden
zumindest an den seltenen selbstbewussten Tagen aber die Arme?! Was soll ich da bloß machen? Menno, das nervt mich im Moment echt. Ich hab mir ein Jäckchen dazu gekauft, aber ich glaub das passt nicht richtig dazu und ein anderes hab ich nicht gefunden =S also mal schaun ob ich mich damit wirklich raus trau.
Jaaa und jetzt zu meiner "kleinen Schwester". Ich bin noch ganz aufgeregt :D
Nach der Thera bin ich eben ins Einkaufszentrum und plötzlich bekam ich ne SMS von S.
Sie wäre gerade mit der Schulklasse in meiner Stadt.
Kleiner Exkurs: S. habe ich im Hundeverein kennegelernt, damals war sie erst 9 Jahre alt und ihre Mama M. meine Trainerin. M. war die erste und im Prinizp auch einzige die damals gemerkt hat, dass es mir richtig mies geht und wollte plötzlich mit mir reden. Sie war der erste
erwachsene Mensch, dem ich damals erzählt habe, dass ich mich selbstverletze und eigentlich nicht mehr leben möchte. M. ging danach mit mir zu einer Beratungsstelle und hat mich oft bei ihr übernachten lassen, wenn ich mal wieder nicht nach Hause wollte. Sie wurde für mich eine 2. Mum. Und ich liebe sie auch wie eine Mutter. Somit würde S. meine kleine Schwester. Heuer wird S. 14 und steckt mitten in der Pubertät. Der Kontakt wurde leider immer weniger, dann haben M. und S. auch noch den Verein gewechselt und ich bin 300km weggezogen. Funkstille. Vor ein paar Monaten wurde der Kontakt wieder etwas besser. Soweit so gut.
Also ich die SMS vorher bekommen und mich richtig dolle gefreut. Bin dann so schnell es ging am Stadtplatz und hab mich mit S. getroffen. Hätte heulen können vor Freude sie endlich mal wieder zu sehen. Haben dann ca. ne 3/4 Stunde herumgeblödelt, andere Leute ausgelacht, etc. wie Teenies eben so sind
bin zwar keiner mehr aber hey, man ist so alt wie man sich fühlt. Unter anderem hab ich halt auch erfahren, dass S. angefangen hat zu rauchen und zu trinken. Naja auch noch oke. Sie hat nen 17-jährigen Freund bei dem sie schon ganze Wochenenden verbringen darf. Hm, weiß nicht was ich davon halten soll. Und ihre beste Freundin ist halt so ne richtige Draufgängerin. Lässt sich nichts sagen, ist absolut respektlos gegenüber Erwachsenen,... Alles in allem gefällt mir das nicht so. Aber ich bin da wohl auch überempfindlich und es geht mich auch nichts an. Aber mach mir halt schon ein bisschen Sorgen, sie könnte auf die schiefe Bahn geraten.
Andererseits beneide ich S. total. Ich wär so gern noch einmal 14 Jahre alt. Das war ungefähr das Alter in dem ich aufgehört habe zu Leben und nur mehr existierte. Ich würde jetzt gerne mit ihnen ablästern und Verbotenes machen. Leben eben! Keine Ahnung warum ich so ein Problem mit dem Erwachsenwerden habe. Vermutlich genau aus dem Grund der oben steht. Dass ich die letzten 6 Jahre einfach nur existierte und nicht lebte. Jetzt ist es zu spät. Ich kann die verlorene Zeit nicht mehr nachholen. Ich muss jetzt ohne diese Jahre erwachsen werden.