Überall lese ich die Erfolge. Egal, ob beim Abnehmen oder bei Recovery. Irgendwie geht es bei den meisten vorwärts.
Bei mir nicht.
In keinster Weise.
Das Wetter (Dauerregen + Dauerwind + Kälte = Dauersturm) spiegelt meine Gefühle und mein Befinden gut wieder.
Einerseits bin ich aufgebracht, wütend und stürmisch wie der Wind, andererseits aber gefühlskalt und unbeeindruckt wie die Temperatur.
Der Regen, den ich hier mit meiner Umwelt vergleiche gibt den Rest. Ich fühle mich als wäre ich der Regen, den die Menschen verabscheuen, über den sie sich beschweren, von dem sie sich belästigt fühlen. Der Regen, vor dem sie sich zurückziehen und versuchen auszuweichen.
Ja. Ich mag dieses Wetter. Nein falsch. Ich LIEBE dieses Wetter.
Ich liebe es, alleine durch die Welt zu streifen. Kein Mensch geht bei diesem Wetter freiwillig raus. Ich schon.
Dieses Wetter ist es, was meine Gefühle wahr werden lässt.
Durch die Welt zu spazieren, mit Tränen in den Augen, ohne, dass es irgendjemand bemerkt. Herumzulaufen, bis ich völlig durchnässt bin. Der Wind lässt die bereits herrschende Kälte, durch die nassen Klamotten noch viel extremer erscheinen. Ich laufe, bis ich meine Zehen, Finger, Nasenspitze und Ohren kaum mehr spüre. Meine Nase läuft unaufhörlich, ich kann mit meinen tauben Fingern aber kaum ein Taschentuch halten.
Ich laufe, bis es kein einziger Gedanke und kein einziges Gefühl mehr in mich hinein schafft. Bis ich wirklich und wahrhaftig bei mir angekommen bin. Dann kehre ich um, und bestreite meinen Heimweg. Nicht, weil ich es nicht mehr aushalte, sondern, weil mein Verstand mir eintrichtert, dass es Zeit ist umzukehren und mich wieder in die reale Welt zu begeben. Die reale Welt, in der man die physische Welt spürt und die psychische Welt verdrängt.
Zuhause angekommen versuche ich die Kommentare und Fragen, welche wissen wollen, was den in mich gefahren wäre um bei so einem Wetter so lange herumzulaufen oder ob ich den Krank werden wolle, etc. zu überhören. Währenddessen versuche ich mich aus den nassen Schuhen und Klamotten zu befreien, die an mir kleben als wären sie meine eigene Haut. Ich stelle mich unter den warmen Wasserstrahl der Dusche und spüre wie sich meine Zehen und Finger langsam wieder an das Leben gewöhnen. Es schmerzt, aber nicht so sehr wie es schmerzt, mein eigentliches Ich abzuwaschen.
Als sich mein Körper wieder vollständig erwärmt hat, wickle ich mich in mein weiches, grünes Handtuch, zieh mir bequeme Kleidung über und kuschle mich unter die Bettdecke.
Ich lasse mich von meiner Lieblingsserie berieseln, bis ich vollständig in der realen Welt angekommen bin und warte hoffnungsvoll auf den nächsten "schlecht"-Wettereinbruch. Ich warte hoffnungsvoll darauf, dass ich mich bald wieder in mir verlieren darf.
Ich schlafe ein. Ausnahmsweise einmal ganz ruhig und entspannt. Ohne schlechte Gedanken und Vorwürfe mir selbst gegenüber. Ganz ohne Schuldgefühle.
Als ich wieder aufwache, ist sie vorbei.
Die Reise zu mir.
<3 Steppenwölfin
Achtung!
Dieser Blog kann triggernde Inhalte enthalten. Vor allem Menschen mit Essstörungen, SVV oder anderen psychischen Problemen sollten diesen Blog verlassen oder nur lesen, wenn sie sich stabil genug fühlen.
Der Blog dient nicht dazu, andere Leute in einer Krankheit zu bestärken, sondern soll mir Raum für meine Gedanken und Probleme geben, er soll für Verständnis und Toleranz stehen. Für gegenseitige Unterstützung und Hilfe, sowohl in schlechten als auch guten Phasen.
Der Blog dient nicht dazu, andere Leute in einer Krankheit zu bestärken, sondern soll mir Raum für meine Gedanken und Probleme geben, er soll für Verständnis und Toleranz stehen. Für gegenseitige Unterstützung und Hilfe, sowohl in schlechten als auch guten Phasen.
Moin.
AntwortenLöschenIch kann dieses Gefühl-(s Chaos). Leider nur zu gut nachvollziehen. Ich liiieebe es mich bei Gewitter -ungeschützt- dem wetter auszuliefern. Ich setze mich gern im schneidersitz ans Ruhrufer. Bis das Gewitter vorbei ist.
PS: Kopf hich iwie geht's weiter.
♡Snow♡
Ja Gewitter sind auch etwas wundervolles. Da steckt einfach so viel Kraft dahinter. Aber ich muss zugeben, dass ich bei sehr starken Gewittern doch auch immer etwas Angst habe. Nichts desto trotz mag ich sie gerne und halte mich dabei auch gerne im freien auf.
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