Achtung!

Dieser Blog kann triggernde Inhalte enthalten. Vor allem Menschen mit Essstörungen, SVV oder anderen psychischen Problemen sollten diesen Blog verlassen oder nur lesen, wenn sie sich stabil genug fühlen.
Der Blog dient nicht dazu, andere Leute in einer Krankheit zu bestärken, sondern soll mir Raum für meine Gedanken und Probleme geben, er soll für Verständnis und Toleranz stehen. Für gegenseitige Unterstützung und Hilfe, sowohl in schlechten als auch guten Phasen.

Donnerstag, 10. Juli 2014

seelische Vergewaltigung

Das klopfen an der Tür. Es kommt immer wieder. Ich will, dass es aufhört. Sie sollen mich in Ruhe lassen. Nie habe ich ihnen etwas getan und trotzdem machen sie weiter. Ständig fordere ich sie auf zu akzeptieren, dass ich sie nicht bei mir haben will. Aber jedes mal auf's Neue zwingt mich das Läuten der Türglocke dazu schlussendlich doch auf zu machen.
In dem Moment, in dem ich den Schlüssel im Schloss drehe, stürmen sie auch schon herein und überfallen mich. Sie quälen und schlagen mich. Brennen mich mit Zigarettenstummeln und schneiden mich mit Rasierklingen. Faustschläge bis ich grün und blau bin sind auch nicht selten. Manchmal fassen sie mich auch an. An Stellen die mir gehören sollten.
Sie sind zu stark für mich, ich kann mich nicht wehren. Ich lasse es einfach über mich ergehen und hoffe, dass die Minuten, die sich wie Stunden anfühlen, möglichst schnell vergehen und ich mich, nach dieser seelischen Vergewaltigung, völlig ausgelaugt und mit absoluter Leere um mich hin legen darf und ein Nichts sein.
Einfach ein Nichts sein. Ja. Das bin ich. Nichts.
So viel bin ich wert. Nichts.
Diese Bestätigung geben sie mir immer wieder. Wie ich sie hasse! Aber ein Leben ohne sie ist unvorstellbar. Nie habe ich es anders erlebt. Ich weiß wie es ablaufen wird und was mit mir passiert. Es entand eine gewisse Regelmäßigkeit die Sicherheit gibt.
Manchmal liebe ich sie auch. Ohne sie hätte ich niemanden mehr. Ich bin auch mit ihnen einsam, aber ohne sie wäre ich auch noch allein.

Sie.... Sie sind meine Gedanken. Der Selbsthass, die Verzweiflung, die panische Angst, die ständige und unerträglich dominante Unsicherheit, die Hoffnungslosigkeit, das Gefühl der Wertlosigkeit und die Scham.
Zur Zeit klopfen sie wieder täglich an die Tür und jeden Abend gebe ich nach und öffne ihnen. Manchmal weiß ich nicht warum. Da überraschen sie mich einfach. Manchmal warte ich schon darauf. Da sehne ich mich nach ihnen.
Ja, hört sich bescheuert an. Ich sehne mich danach, dass diese bösen Gedanken kommen und es mir schlecht geht.
Aber manchmal ist es einfach leichter sich zu verkriechen und einsam zu sein, als sich mit dem Rest der Welt und dem Leben auseinanderzusetzen.

Wenn bloß nicht alles so anstrengend wäre.
So gerne würde ich einfach mal wieder tagelang im Bett liegen und die Zeit verstreichen lassen.
Ich darf das nicht mehr. Ich muss kämpfen. Vor allem für meine kleine Keewah. Die Frage lautet nur: Woher bekomme ich die dafür nötige Kraft?

<3
eure Steppenwölfin

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