Ich meine, nicht so als hät ich keine Gefühle oder Emotionen mehr. Das ist durchaus der Fall.
Aber da ist immer dieser "scheiß drauf"-Gedanke. Stämdig flüstert eine Stimme in mir: "Du kannst jederzeit alles beenden." Nein falsch! Sie flüstert nicht, sie schreit. Sie wird immer lauter und durchdringender.
Jedweder Kampfgeist ging in den letzten paar Tagen verloren. Die Sinnhaftigkeit meines Lebens ist einfach davon gerannt. Ich hab noch versucht ihr nachzulaufen und sie aufzuhalten. Aber es war zu spät. Konnte sie nicht mehr einholen.
Nun steh ich hier. Allein. Nachts in einem Wald. Es ist dunkel, obwohl der Schnee jedes kleine Lichtteilchen reflektiert. Sowohl das des Mondes, als auch das der Sterne.
Aber ich mag den Mond mehr. Schaue hinauf und bilde mir ein, dass er mir entgegen lächelt. Er versucht mir den rechten Weg zu zeigen. Ich hingegen, verliere mich.
Versuche noch durch den Schnee zu stapfen, um einen Weg zu finden. Einen Weg hinaus aus diesem Wald.
Jedes Kind weiß, dass man alleine in einem Wald mitten im Winter nicht überleben kann. Es wäre Zeit nach Hause zu gehen.
Warum aber sollte ich das tun? Warum sollte ich mich zurück begeben in diese Gesellschaft die mich verachtet und mich nicht wert schätzt? Warum sollte ich umkehren in diese chaotische, hektische Welt in der ich mich nicht zurecht finde? Warum sollte ich diese Hölle nocheinmal betreten und die Qualen über mich ergehen lassen, wenn ich einfach hier stehen bleiben kann?
In diesem Wald, im Tiefschnee, in der erleuchteten Dunkelheit, mit einem Mond der mir das Gefühl gibt nicht alleine zu sein.
Warum sollte ich nicht einfach hier ausharren, bis es vorbei ist. Bis diese grausamen Gedanken und Gefühle verschwinden. Bis die Dunkelheit von einem warmen, hellen Lichtschein verdrängt wird.
Bis ich die Stille in mich aufgenommen habe und sie sich in meinem Körper ausbreitet und alles Leben verdrängt.
Aber noch bin ich "verloren im Tiefschnee"
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen