Achtung!
Der Blog dient nicht dazu, andere Leute in einer Krankheit zu bestärken, sondern soll mir Raum für meine Gedanken und Probleme geben, er soll für Verständnis und Toleranz stehen. Für gegenseitige Unterstützung und Hilfe, sowohl in schlechten als auch guten Phasen.
Mittwoch, 29. Juli 2015
Alles gut?!
Vieles hat sich verändert.
Zum Guten.
Ich arbeite immer noch, viel zur Zeit.
Urlaubsvertretung.
Ich arbeite gerne dort.
Meine Kolleginnen sind gut.
Ich mag sie gern.
Viel....was heißt "viel Arbeiten"? Es sind immer um die 20h pro Woche.
Für die meisten ist das sehr wenig.
Für mich viel.
Ich mache auch immer wieder Fehler. Mal leichte, manchmal aber auch schwere.
Das sollte nicht passieren.
Es passiert trotzdem.
Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Das gehört dazu.
An manchen Tagen steh ich darüber.
An manchen zerbreche ich beinahe daran.
Ich rauche hin und wieder.
Ich habe mich sehr lange nicht mehr selbstverletzt.
Ich trinke nur ganz selten, sehr wenig Alkohol.
Ich liebe meinen Freund sehr.
Auch seine Familie ist toll.
Dort bin ich immer willkommen.
Ich bin sehr gerne dort.
Mein Hund ist einzigartig. Wahnsinnig brav und absolut süß.
Ich vergöttere sie.
Sie mag mich auch gern.
Meine Psychiaterin meinte, anfangs wirkte ich sehr schchtern, zart und zerbrechlich.
Jetzt sei eine selbstbewusste, starke, junge Frau aus mir geworden.
Manchmal seh ich das auch so.
Manchmal nicht.
Ich habe mich lange nicht mehr gewogen. Die Waage hat mein Freund in meinem Kasten verstaut.
Ich überlege nur mehr ganz selten, ob ich das jetzt essen soll, weil es dick macht. Ich esse das, worauf ich Lust habe. Hauptsächlich Schokolade, Eis und Haribo.
Manchmal fühl ich mich trotzdem gut.
Meistens ist es mir egal.
Manchmal fühle ich mich dick.
Meine Therapeutin findet es erstaunlich was sich in den 1 1/2 Jahren alles getan hat.
Ich auch.
Trotzdem solle ich aufpassen, dass das nicht kippt.
Das weiß ich.
Ich habe eigentlich Ferien. Aber ich muss noch eine Arbeit schreiben bis August. Ich muss Arbeiten. Ich muss ein relativ großes Projekt für die Uni machen. Ich fange Ende August mit meiner Bachelorarbeit an. Am 17. August soll ich eine große Prüfung schreiben, für die ich noch sehr viel lernen muss. Ich muss weiterhin zur Therapie. Ich muss weiterhin Medikamente nehmen. Ich muss mich um meine Tiere kümmern. Ich muss mich um die Beziehung mit meinem Freund kümmern. Ich muss mit meinem Hund trainieren und den Verein unterstützen. Ich muss versuchen Freundschaften aufrecht zuerhalten. Ich muss meine Eltern mal wieder besuchen.
Ich muss...
Ich muss auf mich acht geben.
Ich könnte Hilfe gebrauchen.
Aber es ist keiner da.
Ich bin.
Allein.
Montag, 4. Mai 2015
Existenz
Ich lebe noch.
Irgendwie.
Irgendwo.
In mir.
Grundsätzlich geht es immer mehr bergauf.
Ich hab nun einen Samstags-Job.
Ich hab dies und ich hab jenes.
Ich hab zugenommen.
Ich habe ewig nicht mehr gekotzt.
Ich habe mich schon lange nicht mehr verletzt.
Tja, alles in allem, hört sich das alles sehr positiv an. Nicht?
Mir geht es trotzdem nicht gut. In mir wird es wieder dunkler. Von Tag zu Tag.
Mein derzeitiges Gewicht, das alle gut finden, bringt mich täglich zum verzweifeln.
Der Job macht mir Spaß, aber überfordert mich gleichzeitig auch maßlos.
Uni steht. Da tut sich nix mehr. Ich komm nicht mehr weiter.
Meine Freunde distanzieren sich immer mehr. Sie fehlen mir.
Mein Freund will immer mehr von mir. Aber nicht das, was ich möchte. Er bedrängt mich.
Nein, macht er nicht. Er verhält sich gan normal. Ich bin nur überempfindlich und fühle mich bedrängt.
Mittlerweile fehlt mir sogar meine Familie.
Ich gelte immer als die Starke, aber ich fühle mich so schwach wie Wackelpudding.
Meine Existenz soll enden.
Ich mag sie nicht.
Ich wäre lieber nicht so real.
Mittwoch, 4. März 2015
Tag
- Bin ich nach all den Jahren eigentlich überhaupt noch ich? Oder bin ich inzwischen jemand anders, jemand, der nicht zählt? Weil ich die normale Zeit verpasst habe und seitdem in einer anderen lebe, einer eisigen Zeit, die unaufhörlich um sich selbst kreist und vergisst fortzuschreiten. (Lilly Lindner – Splitterfasernackt)
Es wird auch wieder eine Zeit kommen, in der ich mehr blogge und dann gibt es sicher auch mal wieder einen Tag ;)
Auch Kommentare werden demnächst beantwortet. (wenn ich das nächste mal nicht bei meiner Seminararbeit weiter komme)
Freitag, 13. Februar 2015
Beziehungsleben vs. Einsamkeit
mein letzter Post ist doch schon eine Weile her.
Ich wurde von der lieben Emma getaged. Natürlich werde ich mitmachen, aber nicht heute.
Eine Weile ging es mir jetzt echt gut, aber die letzten paar Tage/ Wochen zogen mich wieder weit in die Tiefe.
Seit ca. 5 Monaten bin ich nun in einer Beziehung mit M.
M. liebt mich über alles, er nimmt sehr viel Rücksicht auf mich, er versucht mich immer zu verstehen, er ist extrem geduldig und ich könnte keinen besseren Freund finden.
Ich hingegen bin absolut beziehungsunfähig.
Klar, das wusste ich von Anfang an. Aber alle meinten, dass das schon wird, dass man das auch lernen könnte, ich müsste mich halt an die neue Situation gewöhnen ,......
Zwischendurch dachte ich, die hatten alle recht.
Jetzt versinke ich.
Mal wieder.
Im Tiefschnee.
Ich komme mit der körperlichen Nähe nicht klar. Ich finde es angenehm von ihm massiert oder berührt zu werden. Ich küsse ihn auch sehr gerne. Aber mehr mag ich nicht.
Ich weiß, dass das nicht normal ist. Wir sind jetzt 5 Monate zusammen und hatten noch keinen Sex.
Logisch, dass er denkt, ich würde ihn nicht attraktiv finden. ABER DAS IST ES NICHT!!!
Ich finde ihn wunderschön, und ich würde ihn alles mit mir machen lassen, aber ich empfinde dabei NICHTS.
Warum kann ich nicht in einem Punkt mal normal sein???
Ich verstehe das nicht.
Ich weiß nicht wie diese Beziehung weitergehen soll. Ich will ihn nicht mehr länger quälen, auch in anderen Punkten. Aber ich kann ihn auch nicht einfach gehen lassen. Vor allem weil er freiwillig auch nicht gehen würde.
Ein weiterer Punkt ist, dass mir Zeit für mich fehlt, Zeit um allein zu sein, Zeit um nachzudenken, und auch Zeit für meine Essstörung und das SVV. Ob das gut ist? Ich weiß es nicht. Einerseits ja, andererseits bringt es mich fast um, "meine Krankheiten so zu verraten".
Ich kann mein "altes" Leben einfach nicht loslassen.
Einerseits bin ich oft so unendlich glücklich mit meinem Freund, andererseits wünsche ich mir aber auch oft mein einsames Leben von davor zurück. Ich, mein Hund und meine Krankheiten.
Vielleicht besteht da auch eine Verbindung dazu, dass ich mittlerweile wieder furchtbare 47kg wiege? Einfach schrecklich!!! Ich könnte heulen.
Bis bald. Ich hoffe ich komm in nächster Zeit wieder etwas öfter zum bloggen, und vor allem dazu, eure Blogs zu lesen
<3
Dienstag, 27. Januar 2015
erstes Mal getaged
1) Woran denkst du, wenn du das Wort 'Schnee' hörst?
Weiß, Reinheit, Leichtigkeit, weich, Flöckchen, Ruhe, Sanftheid, Zufriedenheit
2) Was ist dein momentaner größter Wunsch?
Gesund und zufrieden zu werden/sein
3) Wohin zieht es dich?
Immer zu Tieren, vorallem Hunden und immer Richtung Norden.
4) Was liebst du?
Meine Hunde, meine Meerschweinchen, meine Mäuse, meinen Freund und die Natur
5) Was empfiehlst du?
Ich empfehle das Leben leichter zu nehmen, weniger Wert auf materielle Dinge zu legen, aber auch weniger Wert auf die Meinung anderer und generell einfach weniger nachdenken.
Meine Fragen:
1) Was ist deine Lieblingspflanze?
2) Warum hast du angefangen zu bloggen?
3) Knüllst oder falltest du das Klopapier? (Sorry falls euch das zu intim ist, ich finde es immer total lustig das einfach mal in die Runde zu fragen, und die Reaktionen abzuwarten :D)
4) Was fällt dir spontan zu dem Satz 'Wahnsinn mach wann Sinn?' ein?
5) Was ist das nächste Ziel (Zwischenziel), dass du erreichen möchtest?
Ich tagge:
Lee
Emma
Sternenstaub
Tee Fee
Lia
Montag, 12. Januar 2015
Neue Überweisung
Hatte heute mal wieder einen Termin bei meiner Psychiaterin.
Das letzte Mal bekam ich ne Überweisung für ne Blutabnahme.
Natürlich bin ich da mal wieder nicht hingegangen.
Also heute ne neue Überweisung da bei der letzten das Datum schon zu alt war.
Auf ein Neues.
Der Sinn dahinter soll sein, dass mir anhand der Blutwerte klar wird, dass das Ritzen auch tatsächlich andere Schäden anrichtet. Z.B.: Eisenmangel, Anämie,...
In der Hoffnung, dass es mir danach leichter fällt mit dem Schneiden aufzuhören und Verantwortung zu übernehmen.
Mein Freund kommt mit. Da ich sonst vermutlich vor der Tür des Labors wieder umdrehen würde.
Diesmal ist die Überweisung direkt an ein Labor. So muss ich wenigstens nicht zu diesem doofen Arzt, der mich nicht ernst nimmt.
Hab jetzt schon Angst vor den Ergebnissen.
<3
Donnerstag, 8. Januar 2015
elende Lügnerin
Das hatte auch Gründe. Mir ging es oft richtig gut und ich hab seeehr viel unternommen und hatte gar keine Zeit zu posten. Oder einfach keine Lust mehr.
Außerdem wollte ich den 100. Post positiv und zu was besonderem machen...
Aber ich bin gerade am Fallen. Ich warte auf den Aufschlag und hoffe, diesen nicht zu überleben.
Nebeneinander am Bett sitzend spielen wir gegeneinander QuizDuell. Er ist am Gewinnen. Er, mein Freund M. Bevor er die letzten 3 Fragen beantwortet hat, liegt er schon um einen Punkt vorne. "Was für ein blödes Spiel!", sage ich lachend und lasse mein Smartphone aufs Bett fallen. Er spielt die letzte Runde gar nicht mehr, richtet sich den Polster und streckt die Arme nach mir aus. Glücklich lege ich mich neben ihn und lasse mich von seinen Armen umfassen und genieße die Sicherheit des Gehaltenwerdens. Absolut ruhig und entspannt liegen wir da. Sein Kopf dreht sich langsam in Richtung des meinen. Auch ich bewege mich wie in Zeitlupe auf seine Lippen zu. Wir küssen uns. Er umfasst mich und hebt mich sanft auf sich drauf. Ich sehe in an und denke mir noch, ich sollte es ihm sagen. Doch ich weiß nicht wie. Ich bringe kein Wort aus meinem Mund, meine Kehle ist staubtrocken und meine Stimme verschwunden als wären meine Stimmbänder eingefroren. Wir sehen uns an. Er erkennt mein falsches Lächeln nicht und küsst mich erneut. Anfangs sanft, später fordern, mehr wollend. Ich mache mit. Wehre mich nicht. Im Gegenteil. M.'s Hände schieben sich unter meinen Pullover und ziehen ihn vorsichtig über meinen Kopf. Seine Lippen wandern über meinen Hals weiter zu meinem Dekolleté. Ich spüre seine Erregung unter meinen Fingerspitzen, spüre, wie er seine Muskeln anspannt. Eine Welle der Erregung erfährt auch mich.
Doch diese Welle verwandelt sich Blitzschnell in einen Schock der mich durchfährt als hätte mich ein Blitz getroffen, als er mein Shirt hochzieht. Angespannt liege ich da, kneiffe meine Augen zu und hoffe nur noch, dass er es nicht bemerkt oder einfach ignoriert.
Vergeblich. Seine Lippen stoppen aprupt, als er mit seinen weichen, aber sehr wohl kräftigen Männerhänden über den restlichen Schorf des Wortes "FAT" auf meinem Bauch streift, die Augen aufschlägt und all die Farbe aus seinem Gesicht weicht.
Sein Blick wandert hoch in mein Gesicht. Ich kann den Blick nicht ertragen, greife mir den Polster und drücke ihn über meinen Kopf. Reglos bleibe ich liegen, Die Luft wird knapp, aber das ist mir egal. Still und leise verfluche ich mich und beginne auf meinen Lippen herum zu kauen.
Nach einer Weile greift eine Hand nach mir und umarmt mich. Im ersten Moment denke ich mir: "Alles wird gut.", aber nein. Nichts wird gut. Er zieht sein Shirt an, ich lege meinen Kopf wieder auf den Polster, wage es aber nicht, ihm in die Augen zu sehen und bleibe stumm liegen.
Unerwartet nimmt er sein Handy und tippt darauf herum. Eine gefühlte Ewigkeit später setze ich mich auf, und auch ich ziehe mir meinen Pulli über, greife zu meinem Handy und suche mir die nächste Busverbindung raus. Da steht M. auch schon auf, schlüpft in eine andere Hose, was für mich das Signal zum Aufbruch bedeutet. Darauf bedacht ihn nicht anzusehen schnappe ich mir meine Jacke und murmle: "Ich kann auch mit dem Bus fahren." Selbstverständlich ignoriert er diesen Satz; wie immer.
Kommentarlos öffnet er die Tür, ruft seinen Eltern zu, dass wir fahren, ich noch ein gut gelauntes: "Ciao" hinterher und ohne weitere Worte verlassen wir das Haus, steigen ins Auto und fahren los.
So unwohl wie in diesen 20 Minuten fühlte ich mich schon lange nicht mehr. Wie eine Leiche starrte ich aus dem Fenster und kaute auf meinen Lippen weiter.
Mit einem leisen, aber bestimmten "Tschau und Danke" verabschiede ich mich und will erleichtert, endlich aus dieser Hölle zu fliehen aussteigen. Da packte M. mich am Arm, zog mich zu ihm, küsste mich auf die Stirn und lies mich wortlos gehen.
Mit Tränen in den Augen betrat ich das Haus. So sehr als Versager, fühlte ich mich schon lang nicht mehr.
......... dazu will ich noch erwähnen, dass wir erst gestern eine Diskussion darüber hatten und er fragte, ob denn mein Arm noch in Ordnung sei. Ich hab natürlich mit "ja" geantwortet, denn mein "Arm" ist ja in Ordnung...nach meinem Bauch hat er ja nicht gefragt
und ich hab nicht damit gerechnet, dass wir uns vor dem Wochenende noch sehen und dachte, bis dahin bringe ich es so hin, dass es nicht auffällt...
tja, blöd gelaufen