Lang hab ich nichts mehr geschrieben.
Das hatte auch Gründe. Mir ging es oft richtig gut und ich hab seeehr viel unternommen und hatte gar keine Zeit zu posten. Oder einfach keine Lust mehr.
Außerdem wollte ich den 100. Post positiv und zu was besonderem machen...
Aber ich bin gerade am Fallen. Ich warte auf den Aufschlag und hoffe, diesen nicht zu überleben.
Nebeneinander am Bett sitzend spielen wir gegeneinander QuizDuell. Er ist am Gewinnen. Er, mein Freund M. Bevor er die letzten 3 Fragen beantwortet hat, liegt er schon um einen Punkt vorne. "Was für ein blödes Spiel!", sage ich lachend und lasse mein Smartphone aufs Bett fallen. Er spielt die letzte Runde gar nicht mehr, richtet sich den Polster und streckt die Arme nach mir aus. Glücklich lege ich mich neben ihn und lasse mich von seinen Armen umfassen und genieße die Sicherheit des Gehaltenwerdens. Absolut ruhig und entspannt liegen wir da. Sein Kopf dreht sich langsam in Richtung des meinen. Auch ich bewege mich wie in Zeitlupe auf seine Lippen zu. Wir küssen uns. Er umfasst mich und hebt mich sanft auf sich drauf. Ich sehe in an und denke mir noch, ich sollte es ihm sagen. Doch ich weiß nicht wie. Ich bringe kein Wort aus meinem Mund, meine Kehle ist staubtrocken und meine Stimme verschwunden als wären meine Stimmbänder eingefroren. Wir sehen uns an. Er erkennt mein falsches Lächeln nicht und küsst mich erneut. Anfangs sanft, später fordern, mehr wollend. Ich mache mit. Wehre mich nicht. Im Gegenteil. M.'s Hände schieben sich unter meinen Pullover und ziehen ihn vorsichtig über meinen Kopf. Seine Lippen wandern über meinen Hals weiter zu meinem Dekolleté. Ich spüre seine Erregung unter meinen Fingerspitzen, spüre, wie er seine Muskeln anspannt. Eine Welle der Erregung erfährt auch mich.
Doch diese Welle verwandelt sich Blitzschnell in einen Schock der mich durchfährt als hätte mich ein Blitz getroffen, als er mein Shirt hochzieht. Angespannt liege ich da, kneiffe meine Augen zu und hoffe nur noch, dass er es nicht bemerkt oder einfach ignoriert.
Vergeblich. Seine Lippen stoppen aprupt, als er mit seinen weichen, aber sehr wohl kräftigen Männerhänden über den restlichen Schorf des Wortes "FAT" auf meinem Bauch streift, die Augen aufschlägt und all die Farbe aus seinem Gesicht weicht.
Sein Blick wandert hoch in mein Gesicht. Ich kann den Blick nicht ertragen, greife mir den Polster und drücke ihn über meinen Kopf. Reglos bleibe ich liegen, Die Luft wird knapp, aber das ist mir egal. Still und leise verfluche ich mich und beginne auf meinen Lippen herum zu kauen.
Nach einer Weile greift eine Hand nach mir und umarmt mich. Im ersten Moment denke ich mir: "Alles wird gut.", aber nein. Nichts wird gut. Er zieht sein Shirt an, ich lege meinen Kopf wieder auf den Polster, wage es aber nicht, ihm in die Augen zu sehen und bleibe stumm liegen.
Unerwartet nimmt er sein Handy und tippt darauf herum. Eine gefühlte Ewigkeit später setze ich mich auf, und auch ich ziehe mir meinen Pulli über, greife zu meinem Handy und suche mir die nächste Busverbindung raus. Da steht M. auch schon auf, schlüpft in eine andere Hose, was für mich das Signal zum Aufbruch bedeutet. Darauf bedacht ihn nicht anzusehen schnappe ich mir meine Jacke und murmle: "Ich kann auch mit dem Bus fahren." Selbstverständlich ignoriert er diesen Satz; wie immer.
Kommentarlos öffnet er die Tür, ruft seinen Eltern zu, dass wir fahren, ich noch ein gut gelauntes: "Ciao" hinterher und ohne weitere Worte verlassen wir das Haus, steigen ins Auto und fahren los.
So unwohl wie in diesen 20 Minuten fühlte ich mich schon lange nicht mehr. Wie eine Leiche starrte ich aus dem Fenster und kaute auf meinen Lippen weiter.
Mit einem leisen, aber bestimmten "Tschau und Danke" verabschiede ich mich und will erleichtert, endlich aus dieser Hölle zu fliehen aussteigen. Da packte M. mich am Arm, zog mich zu ihm, küsste mich auf die Stirn und lies mich wortlos gehen.
Mit Tränen in den Augen betrat ich das Haus. So sehr als Versager, fühlte ich mich schon lang nicht mehr.
......... dazu will ich noch erwähnen, dass wir erst gestern eine Diskussion darüber hatten und er fragte, ob denn mein Arm noch in Ordnung sei. Ich hab natürlich mit "ja" geantwortet, denn mein "Arm" ist ja in Ordnung...nach meinem Bauch hat er ja nicht gefragt
und ich hab nicht damit gerechnet, dass wir uns vor dem Wochenende noch sehen und dachte, bis dahin bringe ich es so hin, dass es nicht auffällt...
tja, blöd gelaufen
Achtung!
Dieser Blog kann triggernde Inhalte enthalten. Vor allem Menschen mit Essstörungen, SVV oder anderen psychischen Problemen sollten diesen Blog verlassen oder nur lesen, wenn sie sich stabil genug fühlen.
Der Blog dient nicht dazu, andere Leute in einer Krankheit zu bestärken, sondern soll mir Raum für meine Gedanken und Probleme geben, er soll für Verständnis und Toleranz stehen. Für gegenseitige Unterstützung und Hilfe, sowohl in schlechten als auch guten Phasen.
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