Achtung!

Dieser Blog kann triggernde Inhalte enthalten. Vor allem Menschen mit Essstörungen, SVV oder anderen psychischen Problemen sollten diesen Blog verlassen oder nur lesen, wenn sie sich stabil genug fühlen.
Der Blog dient nicht dazu, andere Leute in einer Krankheit zu bestärken, sondern soll mir Raum für meine Gedanken und Probleme geben, er soll für Verständnis und Toleranz stehen. Für gegenseitige Unterstützung und Hilfe, sowohl in schlechten als auch guten Phasen.

Montag, 7. März 2016

There's a spider in my head


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Mein Leben hat sich verändert. Mal wieder.

Zum Guten oder zum Schlechten fragst du mich?
Als Antwort kann ich dir nur diesen einen Satz geben, den ich gefühlte 49mal pro Tag verwende: „Ich weiß es nicht.“
Natürlich kann mir das keiner glauben. Selbstverständlich weiß man wie es einem geht. Jetzt. In diesem Moment.
Ich weiß es nicht. Denn in meinem Kopf befindet sich eine Spinne. Würde mich jemand fragen, würde ich sagen: „Es handelt sich um eine riesige Spinne. Mit ganz vielen Beinen, Unmengen an Augen, behaart, schwarz, gefährlich und angsteinflössend.“ Ein Monster also.
In Wahrheit handelt es sich um ein wundervolles Geschöpf der Natur.

8 Beine die sie absolut koordiniert bewegt. 
8 unterschiedlich gebaute Augen, ein wundervolles Außenskelett zum Schutz der lebenswichtigen Organe, das sie immer wieder abwerfen muss um weiter wachsen zu können. 
Eine Art Klauen um sich ernähren zu können, welche nicht einmal in der Lage wären meine Haut zu durchdringen und natürlich die außergewöhnliche Fähigkeit, unwahrscheinlich perfekte Fallen zu bauen. Netze, aus einem einzigen, selbst gebildeten, kaum sichtbaren, extrem strapazierfähigen Faden.  Immer und immer wieder kann eine Spinne dieses Meisterwerk vollbringen. Sie wird nicht müde, dies zu tun. Sie wird nicht sauer, weil irgendein Vollidiot von Mensch ihr Meisterwerk mit einem Besen angeekelt zerstört. Weil Kinder durch Wiesen und Wälder laufen und diese lebenswichtigen Kunstwerke unbewusst zerstören. Nein, sie baut es einfach nochmal. Ohne Kommentar und ohne dem vorhergehend Gesponnenem nachzutrauern.
Der Sinn des Netzes ist es, Nahrung zu fangen. Ja, es ist eine Falle. Eine hinterlistige Falle.


https://naturfotografen-forum.de/data/media/23/spinnennetze::Walter_Weigelt.jpg


Was das alles mit mir zu tun hat fragst du dich?
Ich werde versuchen es zu erklären. Hab bitte etwas Geduld.
Schon klar, dass die vorher beschriebene kleine Kreatur mich, als Mensch nicht mit ihrem Netz fangen kann. Geschweige denn, mich als Nahrungsquelle nutzen.
Aber wie schon erwähnt, hat sich so ein kleines Ding in meinen Kopf verirrt. Die Kleine hat Hunger und somit eine wunderschöne Falle in meinem Netz gesponnen. Ein erstaunliches Radnetz. Sie hofft damit Nahrung zu fangen.
Aber alles was sie in meinem Kopf ins Netz bekommt sind Gedanken. Denn die fliegen darin nur so herum. Von einer Seite zur anderen und wieder zurück. Knallen gegeneinander und gegen meine Schädelknochen. Sie verheddern sich im Netz. Manche bleiben einfach darin hängen. Andere Gedanken wiederum sind so stark, dass sie richtige Löcher hinein reißen. Manchmal sind die kaputten Stellen am Ende des Tages so groß, dass die Spinne das ganze Netz erneuern muss. Manchmal reicht es Reparaturen zu tätigen.
Nur selten schafft es einer meiner Gedanken heil ans Ziel.
Ich weiß nicht wie lange ich noch mit diesen Fäden in meinem Haupt leben kann.
Wie lange wird die Spinne ohne Nahrung noch überleben und genug Kraft aufbringen um ihre Netze zu spinnen?
Sollte die Spinne vor mir sterben, werden meine Gedanken dann wieder frei sein?
So viele Fragen, deren Antworten nie an den richtigen Stellen in meinem Gehirn ankommen werden.
Oder muss ich nur lange genug durchhalten?


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